Estrich
Richtig aufgebaut – sicher ausgeführt
Estriche werden entweder mit einem Bodenbelag versehen oder beispielsweise als eingefärbter Fließestrich selbst als Fußboden genutzt. Bei Räumen, die nicht unterkellert sind, wird eine Abdichtung gegen aufsteigende Bau- oder Bodenfeuchtigkeit eingebracht. Bei Decken über Feuchträumen ist eine Dampfsperre erforderlich.
Verbundestrich
Verbundestrich ist ein Estrich, der im Verbund mit dem tragenden Untergrund erstellt wird. In Keller- und Abstellräumen oder Garagen wird er oftmals unmittelbar als Boden genutzt. Zusätzlich kann er aber auch mit einer Beschichtung bzw. einem Belag ausgeführt werden. Als Verbundestrich sind alle Estricharten geeignet. Die Estrichdicken reichen dabei je nach Estrichart, Nutzungszweck und Korngröße des Zuschlages von 20 bis 70 mm.Estrich auf Trennschicht
Durch eine Zwischenlage, z. B. aus Polyethylenfolien, Bitumenpapier oder Rohglasvliesbahnen
wird hier der Estrich vom Untergrund getrennt. Er eignet sich dann unmittelbar
als Boden oder wird mit einer Beschichtung bzw. einem Belag versehen.
Er findet vor allem in Heizräumen, Wasch- und Trockenräumen oder Lagerräumen
Verwendung. Alle Estricharten eignen sich für den Einsatz auf einer Trennschicht. Die
Trennschicht wird, außer bei Gussasphalt, zweilagig verlegt. Gegen aufsteigende
Feuchtigkeit in Untergeschossräumen kann eine Lage auch als Abdichtung ausgeführt
werden. Die Entkopplung des Estrichs vom Untergrund wird durch die zweilagige
Verlegung der Trennschicht gesichert. Darüber hinaus ermöglicht diese Art der Verlegung
eine spannungsfreie Bewegung des Estrichs auf der Unterlage. Ein Trennstreifen
an den Wänden, der in der Regel umlaufend fünf Millimeter stark ausgebildet wird,
verhindert eine Einspannung. Die Estrichmindestdicken liegen mit Gussasphaltestrich
bei 20 mm, mit Anhydritestrich bei 30 mm und mit Zementestrich bei 35 mm.
Estrich auf Dämmschicht
Bei der Ausführung Estrich auf Dämmschicht, auch schwimmender Estrich genannt,
wird der Estrich über einer Dämmschicht eingebaut. Da dieser mit den angrenzenden
Bauteilen keine unmittelbare Verbindung hat, »schwimmt« er sozusagen. Diese
Ausführungsform dient dem optimierten Schall- und Wärmeschutz, vor allem aber zur
Verbesserung der Trittschalldämmung. Alle Estricharten können als schwimmender
Estrich verwendet werden. Für die Dämmschicht werden Dämmstoffe aus mineralischen
und pflanzlichen Fasern sowie aus Schaumkunststoffen wie Polysterol und Polyurethan
(PUR) eingesetzt. Je nach der erforderlichen Dicke kann der Dämmstoff ein- oder mehrlagig
eingebracht werden. Aus zwei Einzellagen ist z. B. eine kombinierte Trittschallund
Wärmedämmung möglich.
Zur Abdichtung des Dämmstoffs gegen Feuchtigkeit werden Polyethylenfolien oder
Bitumenpapier eingesetzt. Die Estrichdicken sind bei dieser Konstruktion vom späteren
Bodenbelag, von der Dicke der Dämmstoffschicht sowie deren Zusammendrückbarkeit
abhängig. Bei Gussasphaltestrich sind mindestens 20 mm Dicke, bei Anhydrit- und
Zementestrich 35 mm Dicke erforderlich.
Heizestrich Einen schwimmenden Estrich, der einer Wärmespeicherung und der Aufnahme von Heizelementen einer Fußbodenheizung dient, bezeichnet man als Heizestrich. Besonders geeignet für eine Fußbodenheizung ist Fließestrich. Durch seine hervorragenden Fließeigenschaften umschließt er gleichmäßig die Heizrohre und sorgt so für optimale Wärmeabgabe und -verteilung in den Raum – er benötigt auch nur etwa die Hälfte der Aufwärmzeit wie konventionelle Estriche. Schnellere Aufwärmung erlaubt natürlich auch niedrigere Vorlauftemperaturen im Heizkessel. Sie profitieren durch eine höhere Energieeffizienz als bei herkömmlichen Estrichen und können somit bares Geld sparen. Fließestrich eignet sich durch seine gute Wärmeleitfähigkeit und die niedrigen Vorlauftemperaturen daher ausgezeichnet für moderne Erdwärme- bzw. Solarthermieheizanlagen. Auch in Sachen Aufbau und Konstruktion spielt der Fließestrich seine Vorteile aus. Er kann deutlich schlanker aufgebaut werden. Für Sie bedeutet das gewonnene Schichtstärken, die Sie beispielsweise für eine zusätzliche Wärmedämmung oder Trittschallschutz verwenden können. Dazu kommt seine enorme Stabilität. Keine Absenkung des Bodens im Randbereich und keine Schmutzfugen, in denen sich Staub und Putzwasser sammeln können.
Quelle: Fußboden | Spezial, Bilder: PCI
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