Wandbaustoffe
Von Auskühlzeit bis Wärmeleitfähigkeit
Außenwände und Innenwände werden als tragende oder nicht tragende Wände, mit oder ohne Bekleidung, ausgeführt. Besonders Außenwände müssen erhöhte bauphysikalische Anforderungen erfüllen, denn sie schützen das Gebäude vor Witterungseinfl üssen, verhindern große Temperaturschwankungen und sorgen für Behaglichkeit in den Innenräumen.
Außenwände können in verschiedenen Wandkonstruktionen errichtet werden. Die jeweilige Mauerwerksdicke ergibt sich dabei aus den statischen Erfordernissen sowie den Anforderungen an Wärmeschutz und Schallschutz. Mauerwerksbaustoffe sind beispielsweise Mauerziegel, Kalksandsteine, Leichtbetonsteine, Porenbetonsteine und Lehmsteine.
Wärmeleitfähigkeit λ (Lambda-Wert)
Jeder Baustoff besitzt eine bestimmte Wärmeleitfähigkeit. So weisen z. B. Metalle eine sehr hohe Wärmeleitfähigkeit auf und leichte und poröse Stoffe eine eher geringe. Die physikalische Größe dafür ist der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit [W/mK]. Er gibt die Wärmemenge in Watt an, die stündlich durch 1 m2 einer 1 m dicken Stoffschicht geleitet wird, wenn die beiden gegenüberliegenden Oberfl ächen einen Temperaturunterschied von 1 K (1°C) aufweisen. Es fi ndet ein Wärmestrom von der wärmeren zur kalten Seite statt, dabei wird in den Stoffschichten eines Bauteiles Wärme durch Leitung von einer Baustoffschicht zur nächsten befördert.Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert)
Der Wärmedurchgangskoeffizient, auch U-Wert genannt, dient der Berechnung des Transmissionswärmebedarfs nach der Energieeinsparverordnung. Er stellt eine Verlustgröße dar und dient damit auch dem Vergleich unterschiedlicher Bauteile (Wände, Fenster, Dach usw.). Je kleiner der Verlust, desto sparsamer wirkt das Bauteil.Wärmespeicherfähigkeit
Je schwerer ein Baustoff ist (hohe Rohdichte), desto mehr Energie kann er speichern. Diese Wärmespeicherfähigkeit wirkt sich direkt auf das Wohlgefühl der Bewohner aus, weil der größte Teil als Wärmestrahlung (Temperaturstrahlung) abgegeben wird. Diese elektromagnetische Strahlung ist die angenehmste »Wärme«, weil sie quasi wie die Sonnenstrahlung arbeitet: sie heizt nicht die Luft auf, sondern die Oberfläche auf die sie trifft (Haut, Kleidung, Möbel).Auskühlzeit
Für ein behagliches Wohnklima ist es wichtig, dass die eingebrachte Wärmeenergie möglichst lange im Mauerwerk gespeichert und nur möglichst langsam wieder abgegeben wird. Dieser Vorgang wird durch den Begriff Auskühlzeit defi niert. Die Auskühlzeit charakterisiert somit das Auskühlverhalten eines Außenbauteiles im Winter bzw. der Aufwärmung im Sommer. Wohnräume werden um so behaglicher beurteilt, je länger ihre Auskühlzeit andauert.Feuchtigkeit und Wärmedämmung
Feuchtigkeit kann die Wärmedämmwirkung eines Baustoffes stark herabsetzen. Für das thermische Verhalten einer Wandkonstruktion ist daher nicht allein die Wärmedämmung entscheidend, sondern auch das Beibehalten der Wärmedämmeigenschaften der Baustoffe unter Feuchtigkeitseinfl uss. Da eine Außenwand durch Witterungseinfl üsse und ggf. Tauwasseranfall immer feucht werden kann, ist ein schnelles Trocknungsverhalten der Konstruktion von entscheidender Bedeutung.Wasserdampfdiffusion
Aufgrund ihrer Molekularbewegung können Wasserdampfmoleküle unterschiedliche Feuchtigkeitsgehalte ausgleichen. Trennt ein
Bauteil zwei Bereiche mit unterschiedlich hohem Wasserdampfgehalt, aber gleichem barometrischen Druck, so dringen infolge
der Molekularbewegungen Wassermoleküle in die Wand. Die Moleküle durchwandern das Bauteil und treten an der freien Seite
aus. Diesen Vorgang nennt man Diffusion.
Mauerwerksdruckspannung
Aus der Festigkeitsklasse des Baustoffes und der Art des verwendeten Mauermörtels ergibt sich der sog. Grundwert der zulässigen Mauerwerksdruckspannung in MN/m2. Dieser Wert ermöglicht dem Tragwerksplaner schlüssige Aussagen zur Tragfähigkeit des Mauerwerks, um einen Spannungsnachweis durchzuführen. Die vorhandenen Spannungen müssen dabei stets unterhalb der zulässigen Mauerwerksdruckspannungen liegen.Quelle: Neubau | Spezial, Bilder: Wienerberger
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